TVE Sehnde

 

Abteilung

Turnen

Leistungsgruppe

 

 

Unsere Leistungsgruppe nimmt an verschiedenen Mannschaftswettkämpfen, die sich über das ganze Jahr erstrecken, teil.

Es gilt dort in verschiedenen Disziplinen eine geschlossene Mannschaftsleistung zu erbringen.

Desweiteren nehmen verschiedene Turner/innen auch an Einzelwettkämpfen teil.

 

 

Trainiert wird an zwei Wochentagen:

 

Dienstags zwischen 17:00 Uhr und 18:00 Uhr

und

Freitags zwischen 16:30 Uhr und 19:00 Uhr

 

in der Sporthalle Feldstraße I (alt)

 

 

 

 

Verantwortliche Übungsleiterinnen:

 

Sandra Schisanowski (links)

 

sandra.kunz@web.de

 

und

 

Heike Lösch (rechts)

 

loesch_mail@t-online.de

 

 

 

Gerätturnen (auch Kunstturnen oder Geräteturnen) ist eine olympische Individualsportart. Ziel ist es, an Turngeräten Übungen nach vorgegebenen Kriterien (Technik und Haltung) auch in Verbindungen auszuführen. Durch das Gerätturnen werden vor allem koordinative und konditionelle Fähigkeiten entwickelt, aber auch Mut, Willensqualitäten (Ehrgeiz usw.) und Selbstbeherrschung.

 

Begriffliches

 

Turnen leitet sich ursprünglich ab von dem Wort „Turnier“, das schon im Mittelalter der Ausdruck für sportliche Auseinandersetzung war.

 

Turnen bedeutet: Vielseitiges Bewegen im Sinne der Vielfalt von Körperübungen. Es schließt vielfältige Bewegungs- und Spielformen

sowie Gymnastik und zum Teil auch Tanz ein. Oft kommt es zur Gleichsetzung von Turnen und Freizeitsport. Für den Deutschen Turner-Bund steht Turnen als Oberbegriff für die von ihm vertretenen Sportarten und Bewegungsaktivitäten.

 

Gerätturnen ist das normgeleitete Bewegen an Turngeräten, für dessen Ausführung es Technik- und Bewertungskriterien gibt. Das Gerätturnen ist als Sportart charakterisiert durch die Verwendung der Großgeräte: Reck, Barren, Pauschenpferd, Ringeturnen, Boden, Stufenbarren, Schwebebalken und der Sprunggeräte (Bock, Kasten, Pferd, Sprungtisch). Unterschieden wird dabei zwischen dem breitensportlich orientierten Gerätturnen, bei dem der Wettkampf keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt, und dem leistungssportlich orientierten Gerätturnen, welches bis vor kurzem auch vom Deutschen Turner-Bund als Kunstturnen

(engl. „artistic gymnastics“) bezeichnet worden ist.

 

Strukturelle Systematik

 

Die Übungen des Gerätturnens wurden aus wissenschaftssystematischen Gründen auf der Grundlage ihrer wesentlichen Merkmale

geordnet und unter strukturellen Gesichtspunkten in Klassen (Gruppen) zusammengefasst. Diese Systematisierung ist gleichzeitig die wissenschaftliche Grundlage der Terminologie. Die bewegungstechnische Verwandtschaft der in den Strukturgruppen zusammengefassten Übungen hat Konsequenzen für ihre Lehrweise. Die Übungen lassen sich unter dem Blickwinkel des Verhältnisses der Wirkung von inneren und äußeren Kräften in drei Arten einteilen:

 

- Schwungübungen

- Statische Übungen

- Übungen mit relativ langsamer Verlagerung des Körpers (Heben und Senken)

 

Zwischen den genannten Arten der Turnübungen bestehen Beziehungen und wechselseitige Übergänge.

 

Schwungübungen:

 

- Auf-, Um- und Abschwungbewegungen

- Kippbewegungen

- Felgbewegungen

- Stemmbewegungen

- Rollbewegungen

- Überschlagbewegungen

- Beinschwungbewegungen

- Sprungbewegungen

 

Statische Übungen (Halten)

 

- Stütze

- Hänge

- Stände

- Sitze

- Liege

 

Übungen mit langsamer Verlagerung des Körpers (Heben/Senken)

 

Heben/Senken

- ohne Drehung des Körpers

- mit Rückwärtsdrehung des Körpers

- mit Vorwärtsdrehung des Körpers

- mit Seitwärtsdrehung des Körpers

 

Die meisten Übungen des Gerätturnens werden schwunghaft geturnt, wobei sich die Techniken (Turnübungen) vielfach aus der Kopplung von Merkmalen aus unterschiedlichen Strukturgruppen ergeben. Davon werden auch die Regeln für die Bildung der Übungsbezeichnungen (Terminologie) abgeleitet.

 

Die Abbildung veranschaulicht die Ordnungsbeziehungen zwischen den Strukturgruppen der Schwungübungen

(nach Rieling, Leirich & Heß, R.).

 

Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852) gilt als der Schöpfer der frühen Turnbewegung in Preußen und ihr Ideengeber, was ihm später den Ruf des „Turnvaters“ einbrachte. Der erste öffentliche Turnplatz in der Berliner Hasenheide (1811) war sein Werk. Er wollte die männliche deutsche Jugend als Guerilla im Kampf gegen Napoleon ausbilden.[1] Sein Bemühen um die Entwicklung des Turnens galt auch der Realisierung seiner Erziehungs- und Bildungsabsichten: „Die Turnkunst soll die verlorene Gleichmäßigkeit der menschlichen Bildung wiederherstellen…“. Die von Jahn und seinen Vorturnern auf dem Turnplatz in der Hasenheide demonstrierten Vorstellungen von der Deutschen Turnkunst sind im Turnbetrieb bis heute in Geltung geblieben, ebenso viele Bezeichnungen der Jahn'schen Turnsprache. In den folgenden Jahren wurden viele Turnvereine und schließlich der Deutsche Turner-Bund gegründet. Aus dem Turnen entwickelte sich schließlich das Gerätturnen nach hundert Jahren als Weltsportart.

 

Das Gerätturnen ist die Basis-Sportart vieler Vereine im Deutschen Turner-Bund (DTB) (siehe auch: Turnen).

 

Im Leistungs- und Hochleistungssport gibt es Mannschaftsbewerbe, Einzelmehrkämpfe und Wettkämpfe an jedem einzelnen Gerät. Bei den Olympischen Spielen und bei den Welt- und Europameisterschaften werden in insgesamt 14 Disziplinen Titel und Medaillen vergeben.

 

War das Gerätturnen bis in die 1970er Jahre vor allem durch Statik und Krafthalteteile und historische Übungen geprägt, so ist es heute eine sehr dynamische Sportart mit vielen akrobatischen Elementen, Drehungen, Saltos und Sprüngen.

 

Wettkampfformen

 

Kür

Bei Deutschen und Landesverbandsmeisterschaften, in der Bundes- und Regionalliga (Deutsche Turnliga) sowie teilweise in den höchsten Ligen der Landesverbände werden Kürübungen nach dem neuen seit 2013 gültigen Code de Pointage (CdP) geturnt. Diese Übungen werden von den Turnern frei nach den Anforderungen des CdP zusammengestellt. Der Endwert der Übung setzt sich aus D- und E-Note (früher A- und B-Note) zusammen, wobei die D-Note die Schwierigkeit (difficulty) der Übung bewertet und die E-Note die Ausführung (execution). Zusätzlich existiert als Nachfolger des Ende 2006 abgeschafften B-Stufen-Systems die Kür Modifiziert (KM). Diese ist ab dem 1. Januar 2008 eingeteilt in vier Schwierigkeitsstufen von I bis IV und unterscheidet sich hauptsächlich dadurch vom CdP, dass je nach Schwierigkeitsstufe weniger Elemente, leichtere Übungsabgänge und sogenannte Nationale Elemente (NE), die nicht im CdP enthalten sind, geturnt werden dürfen. In der leichtesten Stufe KM IV müssen sogar weniger Elementgruppen erfüllt werden. Diese Übungsformen finden unter anderem beim Deutschland-Cup und den Seniorenmeisterschaften Anwendung. Die KM II wird vor allem in den Ligen der Landesturnverbände (Landesliga, Verbandsliga, Oberliga) geturnt. Die KM I wurde bereits vor mehreren Jahren abgeschafft.

Mit den Änderungen der Ausschreibungen im DTB 2015 wurden zum Teil auch die Anforderungen der KM geändert, so heißen die Schwierigkeitsstufen nun Leistungsklassen (LK) und gehen mit verschobener Nummerierung (LK1 ersetzt KM II) von LK1 bis LK4.

 

Pflicht

Seit dem 1. Januar 2015 wurden in Hinblick auf das Internationale Deutsche Turnfest 2017 die Pflichtübungen im DTB, die sogenannten P-Übungen, mit Herausgabe der Aufgabenbücher Gerätturnen weiblich und männlich 2015 überarbeitet. Bei den Pflichtübungen muss der Turner eine vorgegebene Folge von Elementen zeigen. Die neuen P-Übungen lösen die bisherigen Übungen in Ausschreibung a (Breitensport) und b (leistungssportlicher Nachwuchs) ab und gehen bis auf die Geräte Ringe und Pauschenpferd von der leichtesten Stufe (P1) bis zur schwierigsten (P9). Dabei gibt es nun keine Unterteilung mehr für den Breitensport und für den leistungssportorientierten Nachwuchs unterteilt. Dafür gibt es nun am Sprung Alternativsprünge.

 

Bei den P-Übungen setzt sich dabei der Ausgangswert aus E- und D-Note zusammen setzt. Der Ausgangswert ist immer 10 Punkte (Ausführung) plus die Schwierigkeitsstufe (P7: Ausgangswert 17 = 10 + 7). Die Turnerinnen dürfen am Boden ihre Musik frei aber zur Übung passend wählen. Die P-Übungen werden unter anderem auf Turnfesten im Wahlwettkampf geturnt. Die Wettkampfausschreibung ist jahrgangsabhängig. Dadurch soll erreicht werden, dass der Nachwuchs definierte und altersgerechte Leistungsziele erreicht.

 

Im Wettkampfbereich, männlich, sind folgende sechs Geräte üblich (in olympischer Reihenfolge):

 

Boden

Pauschenpferd

Ringe

Sprung (über Sprungtisch, Pferd, Kasten oder Bock)

Barren

Reck

 

Im Wettkampfbereich, weiblich, sind folgende vier Geräte üblich (in olympischer Reihenfolge):

 

Sprung

Stufenbarren

Schwebebalken

Boden

 

Außerdem sind im Jugend- und Seniorenbereich folgende Geräte zusätzlich im Einsatz:

 

Minitrampolin

Pilz

Schaukelringe

Bank

 

 

Den Geräte-Siebenkampf gab es mindestens schon seit den 1930er Jahren, wie ein Wanderpreis für Turner im thüringischen Apolda zeigt.

 

Als Bodenturnen bezeichnet man eine Turndisziplin. Beim Bodenturnen ist die Wettkampffläche 12 x 12 m groß und besteht aus einer

leicht federnden Unterkonstruktion mit darauf liegenden Deckläufern.

 

Während der Kür muss die gesamte Fläche beturnt werden, und zwar vor allem mit akrobatischen Elementen, also Überschlägen oder Salti (vorwärts und rückwärts), von denen keines mehr als einmal wiederholt werden darf. Wird während der Übung die weiße Markierung auf der Bodenfläche übertreten, gibt es Punktabzug. Bei den Männern muss auch ein Gleichgewichtselement (z. B. Standwaage) enthalten sein. Die Frauen müssen hingegen auch gymnastische Sprünge und Drehungen zeigen. Die Übung als Kombination von akrobatischen Reihen, Verbindungsteilen und gymnastischen Elementen muss in einem harmonischen Rhythmus als Wechsel von schnellen und langsamen Passagen geturnt werden. Eine Bodenkür darf zwischen 50 und 90 Sekunden dauern.

 

Noch in den 1970er-Jahren zählte ein Doppelsalto zu den schwierigsten Elementen des Bodenturnens. 1987 zeigte der Russe Valeri Ljukin in einem Wettkampf den seitdem nach ihm benannten Dreifachsalto rückwärts (gehockt), der im männlichen Bereich noch immer zu den Höchstschwierigkeiten zählt (G-Element).[1] In den Bodenübungen heutiger Eliteturner werden Doppelsalti rückwärts mit bis zu drei Längsachsendrehungen gezeigt.

 

Bodenturnen gehört zu den klassischen Unterrichtsinhalten des Schulsports.

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